Inforadio-Serie „Jüdische Unternehmer“, 2.-6. April 2013


Sie haben Flugzeuge für die Lufthansa entwickelt, saßen im Vorstand großer Firmen wie Telefunken oder produzierten Lacke für die deutsche Industrie: jüdische Unternehmer aus Berlin. Als die Nazis im Jahr 1933 die Macht ergriffen, brach für sie eine düstere Zeit an. Wir stellen in dieser Woche fünf Fabrikanten, Erfinder und Ingenieure von damals vor:

Rundfunk-Pionier Siegmund Loewe
Reichsbahndirektor Paul Levy
Fabrikant Heinrich Richard Brinn
Ingenieur Edmund Rumpler
Lokbauer Alfred Orenstein

Rundfunk-Pionier Siegmund Loewe
Die Geschichte des deutschen Rundfunks begann 1923. Gehör verschaffte ihm die Firma Loewe mit ihrem Ortsempfänger OE333. Wer hinter dieser Erfindung stand? Der studierte Physiker Siegmund Loewe – ein Querdenker. Der gebürtige Berliner schaffte es, 1938 in die USA zu emigrieren.


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Reichsbahndirektor Paul Levy
Paul Levy kam beruflich viel in der Welt herum – hat in Konstantinopel, Damaskus und Beirut gelebt. Nach seinem Maschinenbaustudium zog es den Spross einer Kaufmannsfamilie zu einem gewaltigen Bauvorhaben in den Nahen Osten. 1912 in seine Heimat zurück und machte nach dem 1. Weltkrieg Karriere bei der Deutschen Reichsbahn. Er und seine Frau wurden in Auschwitz ermordet.
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Fabrikant Heinrich Richard Brinn
Der Chemiker machte aus der mittelständischen Lackfabrik Warnecke & Böhm eine AG, zog Großaufträge der Reichsbahn und der Berliner Verkehrsbetriebe an Land. Doch nachdem die Nazis an der Macht waren, wurde er als Jude gebrandmarkt und in Auschwitz ermordet.
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Ingenieur Edmund Rumpler
Der Ingenieur gründete 1908 in Berlin Johannisthal die erste deutsche Flugzeugfabrik. Als nach dem 1. Weltkrieg keine Flieger mehr in Deutschland gebaut werden durften, widmete er sich Straßenfahrzeugen. Rumpler starb 1940 in der Nähe von Wismar, nach oben
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Lokbauer Alfred Orenstein
Die Firma Orenstein & Koppel baute Kolonialbahnen, Loks und andere Waggongs. An zwei Produktionsstandorten waren über 10.000 Angestellte beschäftigt. 1938, nach zunehmenden Repressalien durch die Nazis, entschied er sich zur Flucht aus Deutschland. Seine Firma wurde „arisiert“.
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