Chronik


Machtübernahme

Hitler, Innenminister Frick, Göring, Hess (Foto: dpa)


30. Januar 1933 - Nazis ziehen jubelnd durch das Brandenburger Tor: Reichspräsident Paul von Hindenburg hat Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt. Das Kalkül rechtskonservativer Politiker, den NSDAP-Führer so zu kontrollieren, geht nicht auf. Gauleiter Goebbels triumphiert: „Wir sitzen in der Wilhelmstraße!“

NS-Rundfunk: Die Gleichschaltung

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Noch am Abend der Machtübernahme forderte Adolf Hitler einen Ü-Wagen, um live aus der Reichskanzlei seine erste Rede im Amt zu halten. In den Wochen und Monaten darauf wurde der Rundfunk "gleichgeschaltet": In sämtlichen Führungspositionen wurden Nazis eingesetzt.

Reichstagsbrand und Wahlen

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27. Februar 1933 - Nachts wird der Reichstag in Brand gesteckt. Die Zerstörung trifft den Parlamentarismus entscheidend. Die Nazis bezichtigen Kommunisten der Tat. Regimegegner werden verhaftet und in Konzentrationslager verschleppt. Bei der Neuwahl am 5. März siegt die NSDAP mit fast 44 Prozent.

Der Tag von Potsdam

(Foto: Bundesarchiv, Bild 183-S38324/CC-BY-SA)


21. März 1933 - am "Tag von Potsdam" geben sich Reichspräsident Paul Hindenburg und der neue Reichkanzler Adolf Hitler die Hand. Preußische Militär-Tradition trifft auf die braune Macht. Die Versöhnungsgeste wird zum Propagandaerfolg. Die Militärs halten still, Hitler hat freie Hand.

Boykott jüdischer Geschäfte

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1. April 1933 - Die NSDAP ruft zum Boykott jüdischer Geschäfte auf. Schaufenster werden beschmiert. Nazi-Propagandist Goebbels begründet die Aktion mit angeblichen Verschwörungen. Die Hass-Parolen ziehen aber nicht wie erwartet. Die Nazis diskriminieren Juden ab jetzt mit Verboten und Verordnungen.

Bücherverbrennung

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10. Mai 1933 - Gleich neben Oper und Universität werden in Berlin Bücher verbrannt. Nazi-Studenten verunglimpfen Siegmund Freud, Heinrich Mann oder Karl Marx als ‚undeutsch’. Die Feuer auch in anderen Universitätsstädten werden zum Warnzeichen.

NS-Rundfunk:

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Der Rundfunk war nach 1933 wichtigstes Propagandainstrument der Nazis, um ihre Macht durchzusetzen. Aus dem unpolitischen Kulturmedium der Weimarer Republik machten sie ihr Sprachrohr für das gesamte Deutsche Reich.

NS-Rundfunk: Die Propagandamaschine

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Wie perfide die Nazis mit Hilfe des Rundfunks ihre politischen Gegner mundtot machten, zeigt dieser Bericht, in dem ein NS-Reporter die Insassen eines Konzentrationslagers verhöhnt.

NS-Rundfunk: Kinderfunk

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Goebbels setzte im Rundfunk nicht nur auf Propaganda, sondern auch auf seichte Unterhaltung. Launig verpackt, konnte die Vermittlung der Nazi-Ideologie gar nicht früh genug beginnen, wie dieses Beispiel des NS-Kinderfunks zeigt.

NS-Rundfunk: Der Krieg

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Nach 1939 wurde der Rundfunk immer wichtiger. Die Bevölkerung wurde im "Luftlagebericht" über bevorstehende Bombenangriffe informiert - und im "Wunschkonzert der Wehrmacht" wurde der Kontakt zu den Soldaten der Front hergestellt.